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Was macht die Pflege in der psychiatrischen Klinik?
Die Möglichkeit, psychisch krank zu werden, besteht bei jedem Menschen. Oft sind die Übergänge zwischen
dem, was als "normal" oder "krank" angesehen wird, fließend. Längst ist man davon
abgegangen, psychiatrische Patienten wie körperlich erkrankt nur als passive Empfänger von medikamentöser
Therapie zu betrachten und das Augenmerk ausschließlich auf die Defizite und krankheitsbedingten
Einschränkungen zu richten.
Entsprechend der aktuellen aber gleichzeitig auch schon alten Erkenntnisse über die Behandlungsmethoden in der
Psychiatrie setzt man heute auf aktive Beteiligung und Mitverantwortung der Patienten für ihre Genesung.
Die Pflegenden in der psychiatrischen Klinik der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen versuchen einen Rahmen für die
Behandlung zu schaffen, der nicht nur auf krankheitsbedingte Einschränkungen Rücksicht nimmt, sondern besonders
auf vorhandene Stärken und Ressourcen eingeht und die Erhaltung und Wiederherstellung von
größtmöglicher Eigenständigkeit und Unabhängigkeit fördert. Ziel ist die Schaffung eines
Gesundheitsbewusstseins zur Gesundheitsförderung.
Dazu gehört ein Tages- und Wochenplan, der bei Bedarf für jeden Patienten erstellt wird und in dem Therapie und
Aktivität in ausgewogenem Verhältnis zu Ruhe- und Entspannungsangeboten stehen. Kleinere Stationsdienste wie die
Zubereitung des Frühstücks- und Abendbrotbüfetts, die Durchführung von Stationsversammlungen,
gemeinsame Außenaktivitäten, Spiel-, Sport- und Bastelangebote sind Elemente des Stationsalltags, für
dessen Gelingen Pflegekräfte und Patienten im Sinne einer tätigen Gemeinschaft gemeinsam Sorge tragen.
Die Pflegenden in der psychiatrischen Klinik der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen begleiten und unterstützen ihre
Patienten darüber hinaus in der Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit und versuchen, schwierige Situationen zusammen
mit ihnen auszuhalten und zu überwinden. Sie hören zu, sie trösten, sie leiten an, sie hinterfragen und
reflektieren, sie machen Mut.
Zur Vorbereitung auf die Zeit nach der Krankenhausbehandlung helfen die Pflegenden je nach Bedarf bei der Kontaktaufnahme
zu Angehörigen und Nachbarn, bei der Wiedererlangung eines ausgewogenen Tag- und Nachtrhythmus oder beim Training
eventuell verloren gegangener Alltagsfähigkeiten wie z.B. Einkaufen, Kochen, Freizeitgestaltung oder das
adäquate Eintreten für eigene Interessen.
Die Pflege beteiligt sich an der Durchführung therapeutischer Maßnahmen und arbeitet mit den anderen
Berufsgruppen der Klinik eng zusammen. Sie berät die Patienten auch für die Phase nach der Entlassung.
Eine regelmäßige Teilnahme an Supervision und Fortbildung hilft dabei, die Arbeit des Pflegedienstes zu
reflektieren und neue Erkenntnisse in die Pflege einzubeziehen. Zur permanenten Verbesserung und Weiterentwicklung findet
einmal im Monat ein Qualitätszirkel statt.
Regelmäßig befinden sich Schwestern und Pfleger in der Weiterbildung zur staatlich anerkannten Fachpflegekraft
für Psychiatrie.
Auf den Stationen der Psychiatrischen Klinik werden Krankenpflegeschüler/innen ebenso ausgebildet wie
Praktikanten/innen der Altenpflege.
Im Rahmen von Fachtagungen und Hospitationen suchen die Pflegekräfte der psychiatrischen Klinik den Austausch und den
Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen in anderen Einrichtungen.
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