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Erste Patienten in 17 Millionen Euro teuren Geriatrie-Neubau am Klinikum Augusta umgezogen

Sie ist die älteste Einrichtung ihrer Art in Bochum – und nun auch gleichzeitig die modernste: Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit ist der Neubau der Klinik für Medizinische Geriatrie am Klinikum Augusta Bochum fertigstellt. An der Zeppelinstraße 26-28 hat das Team um Chefarzt Dr. Olaf Hagen nach dem vorübergehenden Umzug von Bochum-Linden ins Haupthaus nun seine endgültige Heimat gefunden. In dieser Woche sind die ersten Patienten in das dreigeschossige Gebäude gezogen.

Sie ist die älteste Einrichtung ihrer Art in Bochum – und nun auch gleichzeitig die modernste: Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit ist der Neubau der Klinik für Medizinische Geriatrie am Klinikum Augusta Bochum fertigstellt. An der Zeppelinstraße 26-28 hat das Team um Chefarzt Dr. Olaf Hagen nach dem vorübergehenden Umzug von Bochum-Linden ins Haupthaus nun seine endgültige Heimat gefunden. In dieser Woche sind die ersten Patienten in das dreigeschossige Gebäude gezogen, das über eine gläserne Brücke mit dem Hauptgebäude an der Bergstraße verbunden ist. 

Auf knapp 4000 Quadratmetern hat die Altersmedizin am EVA Ruhr-Standort in Bochum nun deutlich mehr Platz. Während das Erdgeschoss mit Patientenaufnahme, Arzt- und Therapiebüros, Sekretariat, Umkleiden sowie Technikzentrale vor allem Funktions- und Verwaltungsbereiche umfasst, sind auf der ersten und zweiten Etage die beiden Stationen (M30 und M40) eingerichtet. Langfristig stehen hier insgesamt 72 Betten in 14 Einbett- und 29 Zweibettzimmern für die Versorgung geriatrischer Patienten zur Verfügung – das sind deutlich mehr als zuletzt im Haupthaus und auch seinerzeit in Linden. 

An der Zeppelinstraße erwartet die Patienten nicht nur Spitzenmedizin im Bereich der Altersheilkunde, sondern auch ein Umfeld, in dem sie sich wohl fühlen. „Wir haben nun viel Platz in den Zimmern. Das ist wichtig für die Hilfsmittel, die die meisten unserer Patienten benötigen; aber auch für unsere Pflegefachkräfte und Therapeuten, die hier bei der aktivierenden Pflege sowie Therapie super agieren können“, beschreibt Dr. Olaf Hagen die neuen Räume, die allesamt mit einem hochwertigen PVC-Boden in warmer Holzoptik und hellen Farben an den Wänden ausgestattet sind. Alle Zimmer sind unter barrierefreien Aspekten eingerichtet und verfügen unter anderem über eine ebenerdige Dusche. Vier Zimmer erfüllen zudem das Kriterium „100 Prozent barrierefrei“: Sie sind noch größer und überdies mit elektrischen Türen ausgestattet. 

Orientierungssystem mit Bochumer Lokalkolorit

Die Barrierefreiheit spielte auch bei der Gestaltung der Stationen eine große Rolle: Fotos von Schauspielhaus, Planetarium, Bergbau-Museum und Stadion zieren die unterschiedlich farbig gestalteten Stationsbereiche. Die Bochumer Motive finden sich außerdem als kleine Symbole über den Zimmernummern wieder. Die farbigen Akzente mit Bochumer Lokalkolorit sind nicht nur schön anzusehen, sie helfen auch bei der Orientierung. „Ein solches Orientierungssystem mit klaren Leitsystemen durch kontrastreiche Farben und visuellen Hilfen durch themenbezogene Bilder sowie wiederkehrende Symbole bieten bei kognitiven Einschränkungen wie Demenz eine große Unterstützung“, erklärt Stephan Herget, Leiter Planen und Bauen für die Gesundheitswirtschaft im EVA Ruhr, die Hintergründe der Gestaltung. 

Weil die Therapie in der Geriatrie hauptsächlich auf der Station stattfindet, ist alles vor Ort verfügbar: Jede Station verfügt über einen Krankengymnastikraum, der jeweils mit einer Gleichgewichtsplattform, einer Sprossenwand, Gewichten und einem kleinen Seilzug für gezielten Muskelaufbau ausgestattet ist. Da auch die Flure für die Therapie genutzt werden, sind sie bewusst hell und breit geplant: „Hier können wir unsere Patienten wunderbar mobilisieren und mit ihnen laufen“, so Dr. Hagen. Sicheren Halt beim Lauftraining bieten durchgängige Handläufe. 

Große Gemeinschaftsräume auf jeder Station ermöglichen das Essen in Gemeinschaft. „Für die Rehabilitation und die Tagesstruktur ist es wichtig, dass wir die Patienten zusammenbringen“, erklärt der Bochumer Chef-Geriater. Ebenso bedeutend: Gelegenheit zum Rückzug. Im Erdgeschoss steht ein Zimmer für Angehörige zur Verfügung, die sich von einem Verstorbenen verabschieden möchten. „Es ist wichtig, genügend Zeit zum Abschiednehmen zu haben und mit der Familie ohne Zeitdruck in ruhiger Atmosphäre zusammensitzen zu können“, weiß Dr. Hagen, der begrüßt, dass in den neuen Räumlichkeiten eigens dafür Platz reserviert wurde. 

Geriatrie-Neubau ist eingebettet in den üppigen Patientengarten

Eingebettet ist der Geriatrie-Neubau in den großen Patientengarten. Der musste für den Bau zwar etwas verkleinert werden, ist nun aber deutlich stärker an das Krankenhaus angebunden. So gibt es aus dem neuen Gebäude einen direkten Zugang zu der grünen Oase. Aus manchen Patientenzimmern fällt der Blick sogar unmittelbar auf die eindrucksvollen Skulpturen von Beuys-Schüler Anatol, die in die üppige Landschaft eingebettet sind. 

Mit seiner Lage abseits vom hektischen Krankenhaus profitieren die Patienten der Klinik für Medizinische Geriatrie von der Ruhe. Gleichzeitig sind die Wege durch die Anbindung an das Haupthaus kurz, ist der kollegiale Austausch eng. „Das ist ein Gewinn, denn wir haben multimorbide, also mehrfach erkrankte Patienten, die viele Professionen brauchen“, sagt Dr. Olaf Hagen. 

Neben zwei Lichthöfen, die zur Belichtung und Belüftung der innenliegenden Räume genutzt werden, sorgt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für ein angenehmes Klima – auch im Sommer. „Das macht einen Temperaturunterschied von sechs, sieben Grad aus, der beim Betreten des Gebäudes deutlich spürbar ist“, sagt Stephan Herget. Dass die Patienten überwiegend auf der Nordseite des Gebäudes untergebracht sind, trägt zusätzlich zu einem besseren Raumklima bei. Ebenso wie die Dachbegrünung, die das Gebäude vor Hitze schützt. 

Land fördert 17 Millionen-Euro-Projekt

Gut 17 Millionen Euro wird der Geriatrie-Neubau am Ende voraussichtlich gekostet haben. Weil das Vorhaben den Förderschwerpunkt „Stärkung der patientenorientierten Versorgung im höheren Lebensalter (Altersmedizin)“ erfüllt, unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen das Neubau-Projekt mit Fördermitteln in Höhe von 12,9 Millionen Euro. 

„Der Schwerpunkt Geriatrie wird im Krankenhaus eine immer größere Rolle spielen“, ist sich Dr. Olaf Hagen sicher. „Die Menschen werden zwar immer älter – das heißt aber nicht, dass sie mit zunehmendem Alter auch länger fit bleiben“, weiß der Chefarzt. Darauf ist das Klinikum Augusta nun optimal vorbereitet: „Wir bieten unseren geriatrischen Patienten in unserem Neubau nicht nur modernste Standards in der Stationsunterbringung sowie in der pflegerischen, therapeutischen und medizinischen Versorgung, sie profitieren auch von der Integration in bestehende Strukturen aller medizinischer Abteilungen“, sagt Mario Kleist, Geschäftsführer des Klinikums Augusta. 

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