Tabuthema Inkontinenz: Beckenbodenzentrum Ruhrgebiet lädt zum Informationstag ein
Die Welt-Kontinenz-Woche hat sich in Deutschland zu einer festen Größe entwickelt. Anlässlich der 18. internationalen Kontinenz-Woche, die von der International Continence Society (ICS) ins Leben gerufen wurde, lädt das Beckenbodenzentrum Ruhrgebiet im EvK Castrop-Rauxel am 17. Juni 2026 von 15 Uhr bis 18 Uhr herzlich zu einer Patientenveranstaltung rund um das Thema Inkontinenz ein.
Inkontinenz ist weit verbreitet und betrifft Millionen Menschen in Deutschland. Schätzungen zufolge leiden rund neun Millionen Menschen an Harninkontinenz. Hinzu kommen etwa vier Millionen Betroffene mit Stuhlinkontinenz. Dennoch werden die damit verbundenen Einschränkungen häufig aus Scham verschwiegen und die Erkrankungen im Alltag stillschweigend hingenommen.
Die Fähigkeit, die Blasen- und Darmfunktion kontrollieren zu können, ist eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Geht diese Kontrolle verloren, bedeutet dies für viele Menschen einen erheblichen Verlust an Lebensqualität, Selbstwertgefühl und sozialer Teilhabe.
Dabei gibt es heute zahlreiche moderne Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Je nach Ursache können Beschwerden erfolgreich behandelt, deutlich gelindert oder sogar vollständig geheilt werden. Ziel der Veranstaltung ist es, Betroffene und Angehörige über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zu informieren sowie das Bewusstsein für das Thema Inkontinenz zu stärken.
Das Programm beginnt bereits um 15:00 Uhr mit einer Industrieausstellung, in der moderne Behandlungsmöglichkeiten wie lokale medikamentöse Therapien und Verfahren der Beckenbodenelektrostimulation vorgestellt werden. Gleichzeitig haben Besucherinnen und Besucher bis 16:30 Uhr Gelegenheit, sich bei frischen Waffeln auszutauschen und zu informieren. Nach der offiziellen Begrüßung um 16 Uhr informiert Chefärztin Luljeta Korca über Blasenfunktionsstörungen der Frau. Im Anschluss gibt Dr. med. Anita Trensch, Oberärztin der Frauenklinik, praktische Einblicke in die Kontinenztherapie und vermittelt alltagstaugliche Tipps und Tricks aus der Verhaltenstherapie. Um 17 Uhr referiert Dr. med. Christian Kühne, Chefarzt der Viszeralchirurgie, über Ursachen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten der Stuhlinkontinenz. Den Abschluss der Vortragsreihe gestaltet um 17:30 Uhr ReVital e. V. mit Informationen zum Beckenbodentraining und zur Physiotherapie sowie deren Einsatzmöglichkeiten bei unterschiedlichen Formen der Inkontinenz.
„Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen gegen das Tabu Inkontinenz und für mehr Offenheit, Aufklärung und Lebensqualität“, so Chefärztin Luljeta Korca.
Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene, Angehörige sowie alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenfrei.