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Weltsepsis-Tag: EVA Ruhr setzt auf digitale Früherkennung und schnellere Behandlung von Sepsis

Neue Software unterstützt Pflegekräfte und Ärzte an den Standorten Herne-Mitte, Herne-Eickel, Castrop-Rauxel und Witten bei der frühzeitigen Erkennung lebensbedrohlicher Infektionen.

Eine schwerwiegende Infektion des Körpers die zu lebendbedrohlichen Organfunktionsstörungen führt, wird in der Medizin als Sepsis bezeichnet und zählt weltweit zu denvErkrankungen mit einer hohen Sterblichkeit. Sepsis ist ein medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt. Auch zum Weltsepsis-Tag am 13. September setzt die EVA Ruhr ein deutliches Zeichen für mehr Patientensicherheit: An den Standorten EvK Herne-Mitte, Herne-Eickel, Castrop-Rauxel und Witten wird derzeit ein digitales Sepsis-Screening eingeführt. Das neue Modul ist in das Krankenhausinformationssystem integriert und überprüft und erkennt automatisch anhand der erhobenen Vitalparameter bei jedem Patienten, ob ein erhöhtes Risiko für eine Sepsis besteht. Bei Auffälligkeiten wird unmittelbar ein digitaler Alarm ausgelöst.

„Sepsis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Je früher sie erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen“, erklärt PD Dr. Christian Berger, Chefarzt der Klinik Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Mit jeder Stunde, die sich der Beginn einer wirksamen Therapie verzögert, steigt die Sterblichkeit. Deshalb sprechen wir von der Golden Hour of Sepsis.“

Grundlage des neuen Screenings sind die Vitalwerte der Patientinnen und Patienten. Mindestens einmal täglich erfassen die Pflegekräfte unter anderem Puls, Blutdruck, Körpertemperatur und Atemfrequenz. Diese Daten werden unmittelbar digital dokumentiert und automatisch mit wissenschaftlich etablierten Sepsis-Scores abgeglichen. Erkennt das System ein erhöhtes Risiko, erhalten die behandelnden Teams sofort eine Warnmeldung.

„Die technische Lösung unterstützt uns dabei, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und sofort die richtigen Maßnahmen einzuleiten“, sagt Dr. Christian Giesa, Leiter der Infektiologie. „Sepsis entsteht durch eine Infektion, die zu einer überschießenden Reaktion des Körpers und zum Organversagen führt. Typische Warnzeichen sind unter anderem Verwirrtheit oder Schläfrigkeit, niedriger Blutdruck, schnelle Atmung sowie ein nie dagewesenes Krankheitsgefühl. Je früher wir eingreifen, desto besser können wir Patientinnen und Patienten helfen.“

Das digitale Screening ersetzt dabei nicht die medizinische Beurteilung, sondern ergänzt sie. „Entscheidend ist der standardisierte Prozess“, betont Chefarzt PD Dr. Christian Berger. „Alle Krankenhäuser sind verpflichtet, auf Sepsis zu screenen. Neu ist bald bei uns die enge technische Verknüpfung mit dem Krankenhausinformationssystem. Dadurch werden Risiken automatisch erkannt und die behandelnden Ärztinnen und Ärzte unmittelbar informiert.“

Auch die IT war maßgeblich an der Einführung beteiligt. „Unsere Pflegekräfte erfassen die Vitalparameter ohnehin regelmäßig. Jetzt werden diese Informationen zusätzlich intelligent ausgewertet“, erklärt Felix Wenzel, Fachberatung Orbis und. „Das System gibt konkrete Handlungsempfehlungen und sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten auch außerhalb der Intensivstation kontinuierlich im Blick bleiben. So erhöhen wir die Patientensicherheit im gesamten Krankenhaus.“

Mit der Einführung gehört die EVA Ruhr zu einem der ersten Krankenhausverbünde in Deutschland, die ein solches digitales Sepsis-Screening flächendeckend einsetzen. Die zugrunde liegenden Algorithmen basieren auf wissenschaftlich erprobten Verfahren.

Darüber hinaus liefert das System wertvolle Erkenntnisse für die medizinische Weiterentwicklung. Die kontinuierlich erhobenen klinischen Routinedaten ermöglichen es künftig, die Aussagekraft einzelner Vitalparameter und Laborwerte weiter zu untersuchen und die Früherkennung von Sepsis kontinuierlich zu verbessern.

Was ist eine Sepsis?

Eine Sepsis, umgangssprachlich häufig als Blutvergiftung bezeichnet, ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Sie entsteht, wenn das Immunsystem auf eine Infektion fehlgesteuert reagiert und dadurch körpereigenes Gewebe und Organe schädigt. Unbehandelt kann sie innerhalb kurzer Zeit zu Organversagen und zum Tod führen. Eine Sepsis kann grundsätzlich jeden Menschen treffen, beispielsweise nach einer Lungenentzündung, einer Harnwegsinfektion oder auch nach kleineren Verletzungen. Menschen mit Diabetes, geschwächtem Immunsystem oder anderen Vorerkrankungen haben jedoch ein erhöhtes Risiko.

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